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20.03.2018

Wissenswertes über Geschenkgutscheine

Gültigkeit

Wenn ein Gutschein nicht ausdrücklich befristet ist, gilt grundsätzlich die gesetzliche Verjährungsfrist von 3 Jahren.
Die Frist läuft allerdings nicht ab dem Kaufdatum, sondern ab dem Ende des Kaufjahres.
Dies bedeutet, dass ein Gutschein, welcher am 31.07.2014 gekauft wurde, nicht am 31.07.2017 abläuft, sondern erst am 31.12.2017.

Eine vom Aussteller benannte Frist darf allerdings nicht zu kurz bemessen sein.
Das OLG München z.B. entschied, dass eine Befristung auf ein Jahr bei einem Erlebnisgutschein, zu kurz bemessen sei (OLG München, Az. 29 U 4761/10).
Auch Gutscheine für Bücher dürfen nicht einfach nach einem Jahr verfallen (OLG München, Az. 29 U 3193/07).
Denn zu kurze Fristen sind unwirksam.

Kürzere Befristungen sind dann gerechtfertigt, wenn es sich um eine Dienstleistung handelt, für die im nächsten Jahr die Arbeitskosten deutlich steigen werden.

Sollte ein Gutschein eine kürzere Befristung als drei Jahre haben, so hat der Inhaber dieses Gutscheins das Recht, sollte er es nicht geschafft haben in einzulösen, den finanziellen Wert innerhalb der 3-Jahres-Frist zurückzufordern. Selbstverständlich abzüglich einer Entschädigung für den Unternehmer.

Besteht ein Anspruch auf Auszahlung?

Nein, grundsätzlich besteht kein Anspruch auf eine Auszahlung. Dies gilt auch für Restbeträge, sollte der Gutschein nur teilweise in Anspruch genommen worden sein.

Kann man einen Gutschein an einen Dritten verschenken, selbst wenn der eigene Name auf dem Gutschein steht?

Ja, dies ist möglich, denn bei einem Gutschein handelt es sich um ein sogenanntes Inhaberpapier (§ 807 BGB), was bedeutet, dass der Händler den Gutschein für die Person, die den Gutschein letztendlich vorlegt, auch einlösen muss.